Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Stefan Gleich
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22.02.2026
Großer Andrang bei der Veranstaltungsreihe „Kommen wir ins Gespräch“ im Stadtteil Burg

Fast einhundert Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Freien Wähler ins Schützenheim im Stadtteil Burg. Die Veranstaltung war Teil der Reihe „Kommen wir ins Gespräch“, mit der der direkte Austausch zwischen Politik und Bürgerschaft im Mittelpunkt steht.

Ortsvorsitzender und Stadtrat Peter Schoblocher eröffnete den Frühschoppen und begrüßte die zahlreichen Gäste. In seinem Rückblick stellte er die Arbeit der Freie-Wähler-Fraktion in den vergangenen sechs Jahren vor und ging auf wichtige Projekte ein, die in dieser Zeit angestoßen oder umgesetzt wurden. Dazu zählten unter anderem die Initiative zum Bau eines Pumptracks, die Förderung von Balkonkraftwerken, ein engagiertes Krisenmanagement in schwierigen Zeiten sowie die Einrichtung von Trinkwasserstellen im Stadtgebiet. Viele weitere Projekte hätten die Lebensqualität in Thannhausen sowie in den Stadtteilen Burg und Nettershausen nachhaltig verbessert.

Mit großem Beifall begrüßten die Besucher anschließend den Bürgermeisterkandidaten Stefan Gleich, für den der Termin im Stadtteil Burg gewissermaßen ein Heimspiel war. 

Zuvor hatte Gottfried Braun die Vorstellung der Kandidatinnen und Kandidaten moderiert. Diese präsentierten sich mit kurzen persönlichen Statements und erläuterten ihre wichtigsten Ziele für den Fall einer erfolgreichen Wahl.

In seiner anschließenden Rede stellte Stefan Gleich die politischen Schwerpunkte für die Zukunft der Stadt vor. Unter dem Motto „Unsere Stadt. Unsere Familien. Unsere Zukunft.“ sprach er sich für bezahlbaren Wohnraum für alle Generationen aus. Auch neue Wohnformen, bei denen Jung und Alt unter einem Dach leben können, der Erhalt der kulturellen Vielfalt sowie eine gute ärztliche Versorgung vor Ort seien zentrale Anliegen.

Ein weiterer Teil seiner Ausführungen stand unter dem Leitthema „Unsere Umwelt. Unsere Verantwortung.“ Dabei betonte Gleich die Bedeutung von mehr Grünflächen im Herzen der Stadt, einer nachhaltigen Stadtentwicklung statt weiterer Versiegelung sowie sicherer Wege für Fußgänger und Radfahrer. Auch wirtschaftliche Themen nahmen Raum ein: Unter dem Motto „Wirtschaft fördern – Zukunft sichern“ sprach er sich für den Erhalt bestehender Betriebe und Arbeitsplätze, die Unterstützung von Existenzgründungen sowie für attraktive Gewerbeflächen aus.

Ein besonderes Augenmerk legte der Bürgermeisterkandidat auf Anliegen des Stadtteils Burg. Themen waren unter anderem neue Bauplätze für Einheimische, die Nutzung leerstehender Gebäude im Sinne der Innenentwicklung sowie die Unterstützung der örtlichen Vereine. Dabei wurde auch die Bedeutung der Jugendarbeit im Schützenverein, des Soldatenvereins und des Burgstalltheaters hervorgehoben.

Darüber hinaus ging es um Fragen der Krisenvorsorge. Diskutiert wurden unter anderem ein möglicher Notstromanschluss für das Schützenheim, die Nutzung vorhandener Aggregate, Vorbereitungen der Festhalle für Notfälle sowie eine stabile Ausstattung der Feuerwehr. Auch eine mögliche Notstromversorgung über eine Biogasanlage wurde angesprochen.

Den Mittelpunkt des Frühschoppens bildete – wie bei allen Veranstaltungen der Reihe – die offene Diskussion mit den Besucherinnen und Besuchern. Mehrere Wortmeldungen beschäftigten sich mit Bauplätzen für junge einheimische Familien sowie mit der finanziellen Situation der Stadt. 

Auf die Frage der Finanzsituation der Stadt, erklärte Peter Schoblocher, dass Thannhausen in den vergangenen Jahren schuldenfrei gewesen sei, künftig jedoch große Aufgaben bevorstünden, die voraussichtlich nicht ohne Kredite zu bewältigen seien. Wichtig bleibe dennoch eine solide Finanzpolitik und ein verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern.

Breite Zustimmung fand die Forderung, zunächst eine Umgehungsstraße zu realisieren und erst danach die Neugestaltung der Innenstadt – insbesondere der Bahnhofstraße – anzugehen. 

Auch das Thema City-Manager wurde angesprochen. Josef Brandner wies darauf hin, dass die Voraussetzungen dafür grundsätzlich vorhanden seien, bislang sei jedoch noch keine Umsetzung erfolgt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Parkplatzsituation in Thannhausen, die von mehreren Gästen als problematisch beschrieben wurde. Einigkeit herrschte darüber, dass hier Handlungsbedarf besteht.

Auch soziale Themen kamen zur Sprache: Eine Bürgerin sprach die Arbeit der Tafel sowie die Rettung von Lebensmitteln vor der Vernichtung an. Die anwesende stellvertretende Landrätin Ruth Abmayr berichtete in diesem Zusammenhang über ein konkretes Beispiel aus dem Landkreis – den sogenannten „Fairteiler“ am Bahnhof in Offingen.

Dort stellen ehrenamtliche Foodsaver regelmäßig gerettete Lebensmittel in Regale, die für alle frei zugänglich sind. Das Angebot kann von jeder Bürgerin und jedem Bürger kostenlos genutzt werden, unabhängig von Bedürftigkeit. Ziel der Initiative ist es, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und gleichzeitig das Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Landkreis Günzburg zu stärken. Der Fairteiler ist Teil einer Initiative der lokalen Foodsharing-Community und wird vom Markt Offingen unterstützt.

"Fairteiler": Ein Bahnhof in Schwaben wird zum Foodsharing-Raum | BR24

Nach dem offiziellen Teil setzten sich die Gespräche in kleiner Runde an den Tischen fort. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, ihre Anliegen direkt mit den Kandidatinnen und Kandidaten zu vertiefen.

Für die Veranstalter hat die Reihe bereits jetzt ein klares Fazit: Der Gesprächsbedarf in der Bürgerschaft ist groß, und das direkte Format kommt sehr gut an. Ortsvorsitzender Peter Schoblocher betonte daher, dass man die Gesprächsrunden aufgrund der positiven Erfahrungen auch über den Wahlkampf hinaus fortführen wolle.

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