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Lebhafte Diskussionen bei der zweiten Veranstaltung „Kommen wir ins Gespräch“ mit Bürgermeisterkandidat Stefan Gleich – Gastronomie, Stadtentwicklung und Verkehr im Fokus
Im Rahmen der zweiten Veranstaltung der Reihe „Kommen wir ins Gespräch“ kamen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im Postcafé zusammen, um sich mit Bürgermeisterkandidat Stefan Gleich über aktuelle kommunalpolitische Themen auszutauschen. Die gut besuchte Gästerunde machte deutlich: Der Gesprächsbedarf in Thannhausen ist groß – ebenso wie der Wunsch nach konkreten Lösungen und sichtbaren Fortschritten.
Ein zentrales Thema war erneut die heimische Gastronomie. Mehrere Gäste betonten, dass bestehende Angebote vor Ort, wie etwa das Postcafé, stärker von der Bevölkerung genutzt und unterstützt werden sollten. Gleichzeitig wurde angemerkt, dass das gastronomische Angebot insgesamt als etwas einseitig wahrgenommen werde. Eine vielfältige und lebendige Gastronomie sei jedoch ein wichtiger Faktor für die Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Stadt.
Kritische Nachfragen gab es zum alten Rathaus. Ein Bürger sprach den seit Jahren bestehenden Stillstand an und wollte wissen, wann hier endlich Bewegung zu erwarten sei. Der aktuelle Zustand des Gebäudes werde als unbefriedigend empfunden, viele Bürgerinnen und Bürger wünschten sich eine klare Perspektive und konkrete Planungen.
Großen Zuspruch fand der Wunsch nach einem Bürgerhaus bzw. Veranstaltungsort, vergleichbar mit der Mindelhalle. Thomas Buchholz brachte dieses Anliegen ein, und ein Gast griff den Gedanken auf und erinnerte an Überlegungen aus dem Jahr 2020. Damals war angedacht, über dem Parkplatz beim REWE eine Veranstaltungshalle zu errichten. Ein solches Kulturzentrum könnte Raum für Veranstaltungen, Kulturangebote und gesellschaftliches Leben bieten und wurde von vielen Gästen ausdrücklich begrüßt.
Intensiv diskutiert wurde auch das Thema Mehrgenerationenwohnen, das bei den Anwesenden auf breite Zustimmung stieß. Eine Bürgerin erkundigte sich nach einem konkreten Konzept. Peter Schoblocher erklärte dazu, dass die Wohnbaugesellschaft ein entsprechendes Projekt grundsätzlich realisieren könnte, derzeit jedoch das notwendige Eigenkapital fehle. Dieses könnte – so ein Vorschlag aus der FW-Fraktion – aus den zahlreichen Erbschaften generiert werden. Aus Sicht einiger Gäste sei jedoch erkennbar, dass seitens der Verwaltung und des amtierenden Bürgermeisters wenig Interesse bestehe, sich dieses arbeitsintensiven Themas anzunehmen. Ergänzend wurde der Bedarf an Wohnraum für Niedriglohnbeschäftigte, eventuell auch in Zusammenarbeit mit örtlichen Betrieben, angesprochen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Parkplatzsituation in Thannhausen, die von mehreren Gästen als problematisch beschrieben wurde. Ein Bürger wies darauf hin, dass es unter anderem im Bereich Leberl zu wildem Parken komme, teils sogar quer zum Gehsteig. Es fehle an klaren Parkstreifen, um Autofahrer – auch weniger geübte – besser zu leiten. Eine Bürgerin griff das Thema auf und bemängelte insbesondere die Situation in der Frühmessstraße. Das Fazit der Runde war eindeutig: Die Parkplatzfrage ist ein relevantes und dringendes Anliegen vieler Bürgerinnen und Bürger.
Auch die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern wurde thematisiert. Gottfried Braun machte deutlich, dass dieses Thema für die Freien Wähler in der kommenden Periode erneut eine wichtige Rolle spielen werde. Unverständnis herrschte darüber, dass entsprechende Maßnahmen trotz einstimmigem Beschluss in der Periode 2020–2026 von der Verwaltung als nicht notwendig erachtet wurden. Mehrere Gäste bestätigten, dass sie hier ebenfalls dringenden Handlungsbedarf sehen.
Ebenfalls zur Sprache kam die Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets. Dabei herrschte in der Versammlung Einigkeit, dass eine solche Entwicklung nur nach Fertigstellung der westlichen Umgehung erfolgen dürfe. Zusätzlicher Verkehr durch die Innenstadt werde klar abgelehnt. In diesem Zusammenhang waren sich die Anwesenden auch einig, dass die Bahnhofstraße erst nach Fertigstellung der Umgehung grundlegend in Angriff genommen werden sollte.
Im Anschluss an die offizielle Diskussion setzten sich die Gespräche an den Gästetischen fort. Dort nutzten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit zum direkten Austausch mit den anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten und vertieften die angesprochenen Themen in persönlicher Runde.